DIY-Server Part 1

Vor einiger Zeit bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich einen Homeserver benötige. Zunächst für automatische Backups aller Rechner im Haus, später aber auch für Versioning- und Streamingdienste. Und natürlich weil ein Server verdammt cool ist, versteht sich.Ich habe erstmal den Retailmarkt abgegrast. Dort findet man bestenfalls so etwas. Qnap ist einer der wenigen Hersteller, bei dem auch GBit drin ist, wo GBit drauf steht. Trotzdem ist der Preis für die verbaute Hardware ein Witz. Der Atom bietet für die gängigsten Aufgaben genügend Leistung, aber z.B. bei AES steigt er aus.

Es war mir danach schnell klar, dass eine fertige Lösung meinen Ansprüchen nie genügen würde. Selbstbau also.

Komponenten suchen

Da ich eine durch Intel perfekt abgerichtete Consumerist-Whore bin, habe ich erst mal in deren Lager nachgesehen. Im Super-Low-End tummeln sich dort etwa Celeron 430 oder Celeron E1400. Leider werden die relativ günstigen Preise der Prozessoren durch Intel-typisch teure Mainboards aufgefressen, sofern man sich bei seinem Server nicht auf die fragwürdige Qualität von Asrock oder Biostar verlassen möchte.

Scrap that, soll AMD zeigen, was sie im Angebot haben. Und was sie da im Angebot haben, weiß absolut zu gefallen. Kurz nachdem ich meine Suche begonnen habe, hat AMD einen neuen Einstiegsprozessor vorgestellt: den Sempron 140. 2,7 GHz, 45nm, 45W TDP, Virtualisierung für unter 30€. Da war schnell klar, dass das Ding gekauft ist.

Bei der Auswahl des Mainboards hat mir ein Test von kultex im Meisterkühler-Forum sehr geholfen. Unfassbar, aber Nvidia baut mit dem mittlerweile in die Jahre gekommenen Geforce 7050 den sparsamsten Chipsatz. Ich habe mich für das Abit AN-M2 entschieden und konnte eines der letzten Exemplare von Ebay für 30€ inkl. ergattern.

Mit großem Abstand am schwierigsten war die Auswahl des Netzteils. Ein Pico-PSU wäre offenbar die sparsamste Variante, kam aber nach Zuverlässigkeitsproblemen im Bekanntenkreis (ein Pico im Server rauchte nach einem Monat ab) nicht in Frage. Klein sollte es sein und möglichst leistungsschwach, um die Effizienz beim angepeilten Verbrauch von unter 30W nicht zu ruinieren. Die Erfahrung lehrt, dass heute leider kein Hersteller mehr ATX-Netzteile unter 200W im Einzelhandel anbietet. Nach langem grübeln und viel Sucherei habe ich ein Seasonic SS250-SU aus der Bucht ergattert – 40€ inkl. Es ist das einzige ATX2.2-kompatible 1U-Netzteil mit 80Plus, dass sich auftreiben lies.

Die Festplatte war fast schon zu einfach. Ein Test auf einer meiner Lieblingsseiten, Silentpcreview, attestiert der Samsung Ecogreen F2 Serie für 3,5″ Platten unglaublich niedrige 3W im Leerlauf. Und nicht nur den Verbrauch scheint sie sich bei Laptopplatten ab geguckt zu haben, auch die Lautstärke ist so gut wie nicht vorhanden.

Noch ein GB DDR2 Ram der Firma XY-Billigheimer zu 10€ und meine Einkaufsliste ist komplett.

170€ verwandeln sich in Hardware *poof*

Komponenten verpacken

Wer aufmerksam gelesen hat wird sicher bemerkt haben, dass ich kein Gehäuse gekauft habe. Wie so oft bietet einfach kein Hersteller etwas an, was mir zusagen würde. Im Falle des Gehäuses wäre das mATX in möglichst kompakter Bauform mit Platz für zwei 3,5″ Platten und 1U-Netzteil. Baut natürlich niemand. Wieso auch, würde sich wohl etwa ein Mal verkaufen ;)

Viel Grübelei und Vektorei ergab diese Schablone:

Borschablone für Grundplatte

In echt, verwandelt in 2mm Plexiglas, weiß sieht das dann so aus:

Grundplatte in echt

groundplate_with_board

Grundplatte mit Komponenten

Beim Mainboard habe ich etwas beschissen, das liegt zur Zeit leider nur lose auf. Die Lieferung mit diversen Schrauben, Distanzhülsen und Kabeln kommt hoffe ich morgen. Dann bleibt “nur” noch dem ganzen eine nette Hülle zu verpassen.

Dazu und zur verwendeten Software in einem späteren Artikel mehr ;)

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